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Pressebericht in BLE­CH InForm Ausgabe 2­/08

­Ohne Zaudern zur Zarge

Türzargen gibt es in tausendfacher Ausführung. Häufig hieß das für das Biegen dieser Teile auf Abkantpressen: Werkzeugwechsel ist angesagt. Mit Türzargenwerkzeugen von Schäfer Werkzeug­b­au ist das vorbei. Sie ermöglichen das Kanten der Zargen inklusive Dichtungsnut ohne Wechsel.

Das Kanten v­on Türzargen aus Stahl ist für die Hersteller immer ei­ne große Herausforderung. Sie resultiert aus der großen Vielfalt unterschiedlicher Zargenprofile, deren Form sich unter anderem nach Türhöhe, Türbreite, Wandstärke, Art der Türen, Größe und Anzahl der Dichtungen sowie zahlreichen weiteren Kriterien richtet. Aufbau und Art der Zargen sind auch je nach Land/Region unterschiedlich. Solch ein mannigfaltiges Produktspektrum erfordert für die Herstellung der Türzargen auf Abkantpressen üblicherweise einen Wechsel der eingesetzten Abkantwerkzeuge. Häufig werden die Zargen auch aus mehreren Teilen gefertigt, welche vorgekantet und anschließend zusammengeschweißt werden. Neben dem Zeitfaktor für Werkzeugwechsel und Schweißarbeiten ist auch eine Zwischenlagerung der Halbfabrikate erforderlich.

SCHÄFER TOOLS in Hückeswagen hat sich als Sonderwerkzeugbauer im Abkantbereich unter anderem auf die Konstruktion und Produktion kundenspezifischer Lösungen für die Fertigung solcher Türzargen ohne Werkzeugwechsel spezialisiert. Die Türzargenwerkzeuge von Schäfer ermöglichen das Kanten der Zargen inklusive Dichtungsnut für die Aufnahme der Gummidichtungen und gegebenenfalls einer Schattennut in aufeinanderfolgenden Biegeschritten ohne Werkzeugwechsel. So lassen sich zahlreiche Profile mit unterschiedlichen Maulweiten und Zargen oder Gegenspiegeln mit ein und demselben Werkzeug fertigen. Wesentlich hierbei ist, dass Falztiefe und Falzbreite bei den Profilen identisch sind, sodass die Form der Dichtungsnut gleich ist.

Werkzeuge mit Klappstempel für sehr enge Konturen

Die Profilbreite richtet sich nur nach den Basismaßen der Abkantpresse. Das Profil kann beim Kanten durchgeschoben werden, wodurch sehr große Profilbreiten realisierbar sind. Auch die Herstellung von Zargen mit mehrfacher Dich¬tungsnut/Doppelfalz ist mit dem Werkzeug möglich. Für einen Kunden in Saudi Arabien wurde ein Werkzeug mit auswechselbaren Einsätzen konstruiert, das die Fertigung zweier Typen grundsätzlich verschiedener Zargenserien mit unterschiedlichen Dichtungsnuten für verschiedene Gummidichtungen ermöglicht. Auch Werkzeuge mit zusätzlichem Klappstempel zum Kanten sehr enger Konturen wurden bereits gefertigt. Das von den Zargenherstellern verwendete Material hat in der Regel eine Stärke von 1,5 mm; Profile werden sowohl in galvanisiertem Blech als auch in Edelstahl gefertigt. Es sind Zargen bis zu 2,50 m Höhe herstellbar; in Ausnahmefällen bei höheren Profilen sind besondere Machbarkeitsuntersuchungen erforderlich. Um optimale Kantergebnisse zu erreichen, ist ein umfangreicher Werkstest erforderlich. Wesentlich sind hierbei die Vorkantungen und das Zufalzen der Dichtungsnut sowie die Sicherstellung der Parallelität der Schenkel des Türzargenprofils. Sonderwerkzeuge für Türzargen werden kundenspezifisch für jede Abkantpresse gebaut. Maßgeblich für die Gestaltung sind die folgenden Restriktionen: ­

  • Die maximale Presskraft/Tonnage der Abkantpresse muss ausreichen.
  • Die Tischlänge der Maschine muss mindestens 3000 mm sein.
  • Die Abkantpresse sollte einen ausreichend breiten Tisch haben.
  • Die Öffnungshöhe der Abkantpresse muss ausreichend sein.
  • Falztiefe und Falzbreite der Dichtungsnut müssen übliche Maße haben, die es ermöglichen, mit einem speziell verkröpften Stempel die erforderlichen Kantvorgänge durch zuführen.

­Der Werkzeugtisch wird kundenspezifisch ausgelegt

Der Aufbau eines Türzargenwerkzeugs lässt sich relativ einfach beschreiben. So bildet der Werkzeugtisch das Unterteil. Dieser Tisch wird bezüglich der Befestigung auf dem Tisch der Abkantpresse kundenspezifisch ausgelegt. Links und rechts auf dem Werkzeugtisch sind Säulenführungen aufgebaut, die das komplette Oberteil des Werkzeugs während des Zudrückvorgangs halten und führen. An den beiden Außenseiten der Säulenführungen befinden sich Pneumatikzylinder, mit deren Hilfe das Oberteil des Türzargenwerkzeugs auf- und abgefahren wird. Die komplette Verbindung der Pneumatik ist im Werkzeugumfang enthalten.

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Schweißen entfällt, ebenso das Zwischenlagern

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­­Im Test: Ein Türzargen-Falzprofil für Dichtungen während des Zudrückprozesses­

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Das Oberteil des Werkzeugs wird von den Säulenführungen gehalten und pneumatisch auf und ab bewegt. An der Unterseite des Oberwerkzeugs befindet sich ein auf die jeweilige Dichtungsnut abgestimmter Einsatz, der federgelagert ist. Die Kontur des Einsatzes ist nach Form der Dichtungsnut auszulegen. Auf dem Oberwerkzeug wird schließlich die Matrize befestigt, in der alle Kantungen mit Ausnahme des Zudrück- und des Falzvorgangs erfolgen. Mit einem speziell geformten Stempel, dessen Aufnahme der Abkantpresse des Anwenders entsprechend gefertigt wird, erfolgen alle Kantvorgänge beziehungsweise wird beim Falzvorgang der Druck auf das Oberteil des Werkzeugs ausgeübt. Sämtliche Kantungen erfolgen als Serie hintereinander. Ein Schweißen von Teilen entfällt. Auch das ­Zwischenlagern von Halbfabrikaten sowie das zeitaufwendige Umrüsten der Abkantwerkzeuge sind nicht mehr erforderlich.

Die Türzargenwerkzeuge eignen sich für Kunden, die große Stückzahlen von Zargen mit zwar unterschiedlichen Abmessungen, aber einheitlich geformter Dichtungsnut haben. In Einzelfällen ist es, wie erwähnt, auch möglich, mittels austauschbarem Einsatz ein Sonderwerkzeug für verschiedene Zargenserien mit generell unterschiedlichen Dichtungsnuten zu entwickeln. Gemeinsam mit der Anfrage schickt der Kunde Zeichnungen der Türzargenprofile an den Werkzeughersteller, der diese auf Machbarkeit prüft und das kundenspezifische Werkzeug konstruiert.

Zeitgemäße Abkantwerkzeug-Hersteller wie SCHÄFER TOOLS haben die Erfahrung und die Kompetenz, nicht nur Standard-Abkantwerkzeuge nach Katalog anzubieten, sondern alle technisch machbaren Sonderwerkzeuge auf Kundenwunsch zu entwickeln und zu fertigen. So reicht bei Schäfer das Spektrum von Lösungen für Aluminium mit Stärken von kleiner/gleich 0,4 mm über alle anderen Arten von Blechen, Edelstahl, Blechen mit Stärken von maximal 100 mm bis zu Blechen mit sehr hoher Zugfestigkeit, die zum Beispiel als Hardox, Weldox, Armox und Dipro bekannt sind.

Die Entwicklung und die Fertigung von Prägewerkzeugen für spezielle Profile sowie von sehr groß dimensionierten Werkzeugen mit einteiligen Längen bis 9100 mm und Scherenmessern mit Längen bis zu 6200 mm gehören bei SCHÄFER TOOLS zum ständigen Produktionsumfang.

Werkzeuge bis 9100 mm Länge können hergestellt werden

Es werden auch sehr groß dimensionierte Sonderwerkzeuge für die Schwerindustrie hergestellt, zum Beispiel für konische, runde, oktagonale und hexagonale Lichtmasten, Teleskopausleger für Krane, Lkw-Auflieger und -Anhänger, Rohre (auch aus Edelstahl) sowie für den Schiffbau und den Landmaschinenbau. Die Belastungsgrenze beträgt dabei mehr als 1500 t/m.

Bei den Schwerlastanwendungen kommen häufig Radienhalter und auch Verstellmatrizen zum Einsatz. Radieneinsätze, Kimmenweiten sowie Werkzeughöhen und -breiten werden vom Werkzeughersteller nach den jeweiligen Vorgaben der Kunden ausgelegt. Die Haltbarkeitsdauer der Werkzeuge ist extrem lang. Lediglich die Radieneinsätze der Oberwerkzeuge und die Wellen der Verstellmatrize in den Lagerschalen müssen in der Regel nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden. ­

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